Hier beschaeftige ich mich mit den Hundehaarlingen (Trichodectes canis)!

Haarlinge sind sehr laestige Insekten und in Koerperbau und Lebensweise den Laeusen nahe verwandt.  Bekannt sind derzeit ueber 2600 Arten dieser Parasiten. Je nach Art befallen sie entsprechende Saeugetiere. Diese Schmarotzer sind fast ausschliesslich wirtsspezifisch, d.h., dass die Tiere zeitlebens an ihren Wirt gebunden sind. Ein Hundehaarling wird also keine Katze oder Pferde als Wirtstier waehlen. Entfernt man diese Parasiten von ihrer spezifischen Wirtstierart, dann sind sie kaum mehr als 8 Tage lebensfaehig.

Selten sind Hunde mit Haarlingen befallen. Wenn doch, dann sind meist Welpen (aus unhygienischen Haltungsbedingungen) betroffen. Hier halten sie sich meist im Kopf-, Hals- und Brustbereich auf. Untern den bei Hunden vorkommenden Hautschmarotzern (Ektoparasiten) sind sie die harmlosesten.

Von den aehnlich aussehenden Laeusen unterscheiden sie sich durch die Form des Kopfes. Er ist breiter als das nachfolgende Brustsegment.
Sie sind sehr mobil und bewegen sich relativ schnell. Hierbei verursachen sie Irritationen und einen starken Juckreiz auf der Haut der Hunde.
Die kleinen ca. 1 bis 2 mm grossen Parasiten sind mit dem blossen Auge sichtbar. Dieses fluegellose Insekt hat einen braeunlich-weiss und abgeplatteten Koerper, der am Hinterleib ist hell gefaerbt ist.
Haarlinge haben beissende Mundwerkzeuge und Haken an den Tarsen. Die Kiefer sind  kraeftig ausgebildet. Sie ernaehren sich von Epidermisschuppen (Hautschuppen), Hautdruesensekret und Haaren (Haartruemmern). Trotz ihrer Winzigkeit koennen Haarlinge  mit den kraeftigen Kiefern  kleine Stücke von Haaren und Partikeln von der Haut abreissen. Sie saugen aber kein Blut!


Zyklus der Haarlinge:

Die gesamte Entwicklung der Haarlinge findet auf dem Koerper des Wirtstieres statt. Der Entwicklungszyklus des Hundehaarlings ist 2-6 Wochen lang. Die Entwicklung erfolgt ohne eine Puppenphase und –ruhe, direkt zum fertigen Insekt. Die Larvenstadien aehneln bereits dem erwachsenen Insekt. Eine vollstaendige Metamorphose (holometabole Entwicklung) findet nicht statt. Die gesamte Entwicklung findet am Wirt statt.
Das Weibchen legt etwa alle 2-3 Tage ein Ei, das sie mit einer Haftsubstanz an den Haaren des Wirtes festklebt. Insgesamt legt ein Weibchen etwa 20 Eier.
Nach 5-8 Tagen schluepft die erste Larve, die schon weitgehend dem ausgewachsenen, geschlechtsreifen Insekt entsprechen.. Insgesamt werden drei Larvenstadien durchlaufen.
Ohne Wirt kann Trichodectes canis maximal zwei Wochen ueberleben (z.B. im Lager des Wirtes).
Die Lebensdauer der erwachsenen Haarlinge betraegt 2-3 Monate.

Uebertragung:
Haarlinge werden von Tier zu Tier durch direkten Kontakt uebertragen. Die Uebertragung über Gegenstaende, wie Kaemme und Buersten erfolgt dagegen nur in wenigen Ausnahmefaellen.
Meist werden ueberwiegend geschwaechte, sehr junge, oftmals herrenlose,  verwahrloste Tiere mit verfilztem Fell  aus unhygienischen Haltungsbedingungen von Haarlingen befallen. Massiver Befall tritt oft im Winter auf . Es koennen ganze Wuerfe betroffen sein! 
Befallsymptome:
Einen Befall mit Haarlingen erkennt man entweder an den Nissen (Eiern) der Haarlinge, die als weissliche Stippchen mit der Groesse eines Stecknadelkopfes an den Haaren kleben, oder an den lebhaft beweglichen ca. 1,5 Millimeter großen Haarlingen selber, die man in der Tiefe des Fells laufen sehen kann.

                                                                               
Direkte Schadwirkung:

Juckreiz:
Durch das andauernde Umherkrabbeln der Haarlinge und der dabei entstehende Juckreiz veranlasst die Hunde sich zu kratzen und zu beissen. Bei starkem Befall kommt es zu Haarausfall.
                                                                   
Sekundaerentzuendungen:
Bei einer Entzuendung der Kratz- und Bisstellen kommt es beim Hund zu Sekundaerinfektionen. Der Hund kann dann auch unter Schmerzen leiden.
 
Indirekte Schadwirkung:

Bandwuermer - Dipylidium caninum:
Der Gurkenkernbandwurm, lat Dipylidium caninum, ist in unseren Breiten ein haeufiger Darmparasit unserer Haushunde, welcher eine Laenge von 50-80 cm erreicht und fuer den Menschen absolut ungefaehrlich ist. Die Glieder von Dipylidium caninum erinnern in ihrer Form an Gurken- oder Kuerbiskerne, daher der Name. Uebertragung erfolgt nur beim Verspeisen des Haarlings!
 
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Uebertragung auf den Menschen:
Beim Zerbeissen der Haarlinge (Zwischenwirte) koennen Bandwurm-Zystizerkoide in der Mundhoehle des Hundes freigesetzt und mit dem Speichel durch Belecken auf den Menschen uebertragen werden.

Diagnose:

Haarlinge sind oft schon als kleine schwarze Punkte im Fell zu erkennen, oft findet man sie an den Flanken, Bauch und im Kopfbereich. Mittels eines einfachen Tesaabklatsches sind sie gut unter dem Mikroskop zu erkennen.

Behandlung:

Die Bekaempfung der Haarlinge erfolgt durch insektizidhaltige Praeparate. Wiederholen Sie die Behandlung nach ein bis zwei Wochen. Dies ist noetig, da die Wirkung der Praeparate auf die Eier nicht zufriedenstellend ist und so die inzwischen geschluepften Larven mit erfasst werden koennen.

Haarlingbekaempfung in der  Hundeumgebung:
Eine spezielle Umgebungsbehandlung ist nicht noetig. Es reicht aus, den Schlafplatz, Decken sowie Unterlagen zu reinigen.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Haarlinge:

Halten Sie Ihren Hund von befallenen Tieren fern!

Durch eine wirkungsvolle Prophylaxe wie die modernen Spot-On-Praeparate oder Halsbaender koennen Sie vermeiden, dass Ihr Tier von  Ektoparasiten, so auch von Haarlingen befallen wird.
Spot-On-Praeparate ziehen in die Haut ein und verteilen sich ueber die gesamte Koerperoberflaeche. Sie werden in der Haut gespeichert und schuetzen die Tiere ca. 4 bis 6 Wochen. Diese Produkte wirken auch repellierend. Die Parasiten werden durch den Wirkstoff abgeschreckt und verlassen das Tier.

Ihre Tieraerztin, bzw. Ihr Tierarzt wird Sie richtig beraten und die geeignete Vorsorgemassnahme empfehlen.

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