Hier soll uns nun die Hundelaus (Linognathus setosus) beschaeftigen!

Etwa 400 Arten von „Echten Tierlaeusen“, zu denen auch die Hundelaus zaehlt,  sind bekannt. In Mitteleuropa kommen etwa 20 Arten vor.

Insgesamt sind jedoch derzeit über 3000 Arten von Tierlaeusen bekannt, von denen ca. 650 bis 1000 Arten in Mitteleuropa verbreitet sind.
Die Hundelaus  ist ein fluegelloses Insekt mit einem abgeplatteten, gelblich-braunem Koerper. Der Hinterleib ist nach Blutaufnahme dunkel gefaerbt. Der Kopf ist dreieckig und schmaler als der Thorax und ist mit stechend-saugenden Mundwerkzeugen und 5-gliedrigen Antennen ausgestattet. Die Beine enden in je einer kraeftigen Klaue.

Dieser Parasit saugt Blut. Die Laus ist wenig mobil, saugt aber taeglich mehrmals an verschiedenen Stellen. Die Reizung des Hundes wird durch die Stiche der Laeuse verursacht, die zu juckenden Hautveraenderungen und hochgradigem Juckreiz fuehren.

Bei intensivem Befall kann auch der relativ hohe Blutverlust zu Beeintraechtigungen des Hundes fuehren.

Der Speichel der Laus kann eine allergische Reaktion ausloesen.

Das Weibchen der Hundelaus ist 1,6-2,5 x 0,9 mm groß, das Maennchen 1,5-2 x 0,7 mm. Die Larven sind etwas kleiner. Die Eier sind oval und 1-1,1 x 0,5-0,6 mm groß.
Diese Schmarotzer sind fast ausschließlich wirtsspezifisch, d.h., dass die Tiere zeitlebens an ihren Wirt gebunden sind.

Zyklus der Laeuse:

Der gesamte Entwicklungszyklus von Linognathus setosus dauert 2-4 Wochen und findet auf dem Wirtstier, hier dem Hund statt.
Das Weibchen legt innerhalb von 4-6 Wochen taeglich 5-10 Eier, die es mit einer wasserunloeslichen Kittsubstanz an die Haare des Wirtes klebt. Bald danach stirbt das Weibchen.
Nach 5-10 Tagen schluepfen die ersten Larven, die sofort Blut saugen.
Insgesamt werden drei Larvenstadien durchlaufen, die jeweils mit einer Hauutung abschließen.
Ohne Wirt kann die Hundelaus nur wenige Tage ueberleben.

Uebertragung:

Laeuse werden von Tier zu Tier durch direkten Kontakt uebertragen. Die Uebertragung  ueber Gegenstaende, wie Kaemme und Buersten erfolgt dagegen nur in wenigen Ausnahmefaellen.
Meist werden ueberwiegend geschwaechte, sehr junge, oftmals herrenlose,  verwahrloste Tiere mit verfilztem Fell  aus unhygienischen Haltungsbedingungen von Laeusen befallen.

Befallsymptome:
Man kann die Laeuse als kleine dunkle bewegliche Punkte auf der Haut erkennen. Die hellen Eier kleben nahe der Hautoberflaeche an den Haaren des Hundes.
Befallene Tiere kratzen und beißen sich.

Suchen Sie Ihren Tierarzt auf, wenn Ihr Hund sich auffaellig haeufig kratzt. Der Veterinaer wird die noetigen Untersuchungen vornehmen, um die Ursache abzuklaeren.

Direkte Schadwirkung:
Die Schadwirkung am Hund wird durch die Stiche und dem Blutsaugen der Laeuse  sowie deren Speichel verursacht.

Juckreiz:
Hautveraenderungen wie Papeln und der Speichel der Laus fuehren zu hochgradigem Juckreiz.
Fuer die Laeuse sind der Kopf, besonders an Oberlippe, Ohren und Augenlider, der Hals, die Brust der Hunde die bevorzugten Stellen. Es koennen aber auch Bereiche der Flanken und des Rueckens der Wirtstiere betroffen sein.
Der Speichel der Laeuse kann allergische Reaktionen ausloesen und die dabei entstehenden Juckreize veranlasst die Hunde sich zu kratzen und zu beissen.

Der betroffene Hunde werden sehr unruhig und kratzt sich.

Bei intensivem Befall kann auch der relativ hohe Blutverlust zu Beeintraechtigungen des Hundes fuehren.

Parallel dazu kann der Hund durch Abmagerung betroffen sein.
 
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Sekundaerentzuendungen:

Bei einer Entzuendung der Kratz- und Bissstellen kommt es beim Hund zu Sekundaerinfektionen. Der Hund kann dann auch unter Schmerzen und Fieber leiden.

Indirekte Schadwirkung:

Bandwuermer - Dipylidium caninum:
Der Gurkenkernbandwurm, lat Dipylidium caninum, ist in unseren Breiten ein hauufiger Darmparasit unserer Haushunde, welcher eine Länge von 50-80 cm erreicht und fuer den Menschen absolut ungefaehrlich ist. Die Glieder von Dipylidium caninum erinnern in ihrer Form an Gurken- oder Kuerbiskerne, daher der Name. Uebertragung erfolgt nur beim Verspeisen der Laus!

Uebertragung auf den Menschen:
Laeuse koennen auch Menschen befallen

Diagnose:
Sie koennen die Laeuse bzw. ihre Eier (Nissen) im Haarkleid bei genauer Betrachtung finden.

Behandlung:
Die Behandlung des betroffenen Hundes wird mit Insektizide, am besten als Bad oder durch Bespruehen/Bestaeuben gruendlich durchgefuehrt.
Die Behandlung sollte nach ein bis zwei Wochen wiederholt werden. Dies ist noetig, da die Wirkung der Insektizide auf die Eier nicht zufriedenstellend ist und dann die inzwischen geschluepften Larven mit erfasst werden koennen.
Es sollten auch alle Hunde, die mit dem infizierten Tier Kontakt hatten, behandelt werden.
Eine spezielle Umgebungsbehandlung ist nicht noetig. Es reicht aus, den Schlafplatz, Decken usw. zu reinigen.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Laeuse:

Halten Sie Ihren Hund von befallenen Tieren fern!

Durch eine wirkungsvolle Prophylaxe wie die modernen Spot-On-Präparate oder Halsbaender koennen Sie vermeiden, dass Ihr Tier von Ektoparasiten, so auch von Laeusen befallen wird.

Spot-On-Praeparate ziehen in die Haut ein und verteilen sich über die gesamte Koerperoberflaeche. Sie werden in der Haut gespeichert und schuetzen die Tiere ca. 4 bis 6 Wochen. Diese Produkte wirken auch repellierend. Die Parasiten werden durch den Wirkstoff abgeschreckt und verlassen das Tier.

Ihre Tieraerztin, bzw. Ihr Tierarzt wird Sie richtig beraten und die geeignete Vorsorgemaßnahme empfehlen.


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