Der FlohUnsere Hunde koennen sowohl von Hundefloehe (Ctenocephalides canis)  als auch von Katzenfloehe (Ctenocephalides felis),aber auch von Menschenfloehe (Pulex irritans) befallen werden. Floehe sind parasitierende Insekten, Minivampire mit grossem Blutbedarf. Sie sind immer auf Zapftour und bewegen sich schnell im Haarkleid des Gastgebers. In aller Regel verlassen Floehe ihren Wirt nur selten freiwillig.
Beide, Maennlein, wie Weiblein der adulten Floehe sind Vampire und saugen Blut von ihren Wirten. Adulte weibliche Hundefloehe sind zwischen zwei und vier Millimeter lang, maennliche zwischen zwei und drei Millimeter. Beide Geschlechter sind dunkelrotbraun gefaerbt und fluegellos. Sie haben stark ausgebildete Hinterbeine, die es ihnen ermoeglichen, Spruenge bis zu 30 cm hoch und 50 cm weit zu machen.
 


Flohzyklus:
Abhaengig von den klimatischen Bedingungen dauert der Flohzyklus (Ei, Larve, Puppe, Imago) 3 Wochen bis 2 Jahre! Das Flohweibchen legt auf dem Wirtstier (Hund) 3- 18 Eier, ab, die sich in mindestens 3 Wochen Entwicklungszeit zum erwachsenen Floh weiterentwickeln. Ein Flohweibchen kann 1-2 Jahre alt werden und in dieser Zeit 500 Eier legen!

Befallsymptome:
Die Floehe husten hoeren, das koennen unsere Hunde nicht, jedoch leiden sie sehr unter diesen Blutsaugern!
Bei Flohbefall fuehlt sich unser vierbeiniger Freund unwohl, kratzt und beisst sich staendig.

Warum ist das so?
Nach jedem Flohbiss wird die Haut verletzt. Durch die im Flohspeichel enthaltenen Substanzen faengt die Haut an zu jucken und roetet sich. Diese allergischen Reaktionen koennen teilweise sehr heftig werden.
Meist ist das darauf folgende starke Kratzen und sich selbst Beissen des Tieres für den Besitzer der erste Hinweis auf Flohbefall. 
                                                                               
Direkte Schadwirkung:

Juckreiz:
Hunde zeigen bei Flohbefall haeufig Juckreiz.   
                                                                   
Sekundaerentzuendungen:
Bei einer Entzuendung des Flohstiches oder der Kratzstellen kann der Hund auch unter Schmerzen leiden. 
 
Flohallergiedermititis (FAD):
Eine Speichelallergie (sogenannte papulokrustoese Dermatitis) kann juckende Hautveraenderungen mit großflaechigen haarlosen Stellen vor allem an Ruecken, Unterbauch und den Rueckseiten der Hintergliedmaßen verursachen. Die Haut zeigt rote Papeln. Unbehandelte Hunde zeigen an den Beissstellen  Haarlosigkeit und die Haut wird schwarz und lederartig.

Blutarmut (Anämie):
Bei starkem Flohbefall kann es zu Anaemien, insbesondere bei Welpen kommen.

Indirekte Schadwirkung:

Bandwuermer - Dipylidium caninum:
Einige Bandwuermer benutzen den Floh als Zwischenwirt; d. h. Floehe koennen Bandwuermer auf Hunde uebertragen. Dies geschieht dadurch, dass ein  Hund in seiner Not Floehe zerbeisst. Dann wird die Bandwurmlarve abgeschluckt und entwickelt sich im Darm des Hundes zum erwachsenen Wurm.

Krankheiten – Bakterien:
Ausserdem koennen die Vampire beim Blutsaugen andere Krankheiten (Bakterien) uebertragen.

Diagnose:
Wenn der Verdacht auf Flohbefall bei unseren Hunden besteht, muessen wir uns als Hundehalter zunaechst erst einmal  vergewissern, ob der Hund tatsaechlich Floehe hat. Sie finden die flinken und immer hungrigen Blutsauger im Fell Ihres Hundes mit dem bekannten Flohtest. Legen Sie unter Ihren Hund ein Stueck angefeuchtetes Papierblatt von der Kuechenrolle. Kaemmen Sie dann Ihr Tier gruendlich aus, am besten mit einem speziellen Flohkamm. Verfaerben sich die ausgekaemmten Schmutzteilchen auf dem angefeuchteten Papierblatt „ROT“, handelt es sich um Flohkot und Ihr Tier hat einen akuten Flohbefall.
Floehe und deren Larven so wie kleine braunrote bis schwarze Partikel finden Sie schon beim Kaemmen mit einem feinem Flohkamm. Bei den zuvor erwaehnten Pertikel handelt es sich um Flohkot, der zum groessten Teil aus geronnenem Blut besteht.
Hunde- und Katzenfloehe koennen auch Menschen befallen. Vielleicht sind Sie ja auch bereits Wirt und kratzen sich auch schon heftig?
 
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Behandlung:
Nun fragen Sie sich: „Was tun gegen Floehe?“
Floehe sind aufgrund ihrer zunehmenden Resistenz gegenueber vielen Medikamenten schwer zu behandeln.

Behandlung am Tier:
Am besten bekommt man den Flohbefall in den Griff, indem man die erwachsenen Floehe am Tier bekaempft und alles tut, die Flohbrut in der eigenen und in der Hundeumgebung zu vernichten.
Die Bekaempfung am Hund wird mit chemischen Praeparaten durchgefuehrt, die erwachsene Floehe innerhalb weniger Stunden toeten, z.B durch Spot-on Praeparate.
Shampoos sind sehr gut dafuer geeignet, einen sofortigen abtoetenden Effekt zu erzielen, beispielsweise dann, wenn der Hund sehr stark mit Floehen befallen ist.

Zusaetzlich ist die Behandlung des Hundes mit Wachstumsregulatoren notwendig, die verhindern, dass die Eier der Floehe, die sich auf dem behandelten Tiere befinden, zum erwachsenen Floh heranreifen koennen
Hunde, die unter einer Flohallergie zu leiden haben, sollten zusaetzlich mit antiallergischen Praeparaten  behandelt werden.
Hunde die Floehe haben, sollten parallel zur allgemeinen Therapie auch immer mit einem Kombinationpraeparet mit einem Wirkstoff gegen Rundwuermer entwurmt werden.
Ihre Tieraerztin, bzw. Ihr Tierarzt wird Ihnen fuer alle notwendigen Therapien die richtigen Medikamente empfehlen und verschreiben.

Flohbekaempfung in der  Hundeumgebung:
Die Hundeumgebung lueckenlos flohfrei zu bekommen ist das weitaus schwerere Unterfangen!                                                                                               
Die Hundeumgebung besteht nicht nur aus dem Hundekoerbchen. Bekaempfen Sie die blutsaugenden Ektoparasiten auch in allen Raeumen, in denen sich das Tier aufgehalten hat. Denken Sie auch an Zwinger und Transportbox!
Zuerst sind alle Unterlagen, Decken und Kissen (denken Sie an auch an die Bettwaesche) bei mind. 60°C zu waschen. Ebenfalls sollten Sie in Ihre gesamte Wohnung incl. aller Nebenraeumen jeweils alle Boeden, Vorhaenge in Fussbodennaehe, Teppichboeden, Scheuerleisten, Teppiche, Polstermoebel  und andere Einrichtungsgegenstaende gruendlich abzusaugen und anschliessend den Staubsaugerbeutel vernichten. Ist das geschafft, folgt der Einsatz von Insektiziden in den vorgenannten Bereichen und auf den Einrichtungen. Zu bespruehen mit insektizide Sprays und Fogger (Vernebler) sind ferner Ritzen und Fugen im Fussbodenbereich und an den Waenden sowie u. U. die Matratzen im Bett.
Nur so werden auch Larven und Puppen erfasst, die den Hauptteil (ca. 95 %) der Flohpopulation ausmachen.

Die Floheier fallen kurze Zeit nach der Eiablage aus dem Fell Ihres Vierbeiners in die Umgebung. Das trifft auch auf  den sogenannter „Flohkot“ zu. Ein großen Teil des aufgenommenen Blutes wird von den adulten Floehen noch waehrend des Saugens in nur teilweise verdautem Zustand als sogenannter „Flohkot“ wieder ausgeschieden. Er dient den geschluepften Larven als notwendige Nahrungsgrundlage.

Zur Vernichtung der Floheier kann man Borsalze in den Teppich einbuersten. Diese Salze bewirken rein physikalisch das Austrocknen der Eier und Larven. Sie sind ungiftig und wirken ca. 1 Jahr lang.

Ich habe die Behandlung von befallenen Hunden und ihrer Umgebung so ausfuehrlich beschrieben, da etwa 95% der Floehe und deren Jugendformen in der Umgebung des Tieres leben!
Floehe koennen auch bis zu 3 Monaten ausserhalb des Wirtes ueberleben. Nur eine totale Vernichtung der Population Floh kann Ihren Hund und natuerlich auch Sie von den Problemen durch Flohbefall erloesen!

Vorbeugende Maßnahmen gegen Floehe:
Halten Sie Ihren Hund von befallenen Tieren fern!

Da Floehe aufgrund ihrer zunehmenden Resistenz gegenueber vielen Medikamenten schwer zu behandeln sind, schuetzen Sie Ihren Hund am sichersten durch ein Praeparat, gegen das die Floehe noch nicht immun sind.

Sehr wirkungsvoll und sicher in der Anwendung sind die Medikamente, so genannte    Spot-on-Praeparate,die zwischen den Schulterblaettern direkt auf die Haut aufgetragen werden. Dort koennen sie vom Tier nicht abgeleckt werden. Sie ziehen in die Haut ein und verteilen sich ueber die gesamte Koerperoberflaeche. Sie werden in der Haut gespeichert und schuetzen - je nach Produkt – zwischen 4 und 12 Wochen. Diese Applikatoren toeten die Floehe. Manche der Praeparate, wie z.B. Frontline®, Exspot® und Scalibor®, wirken zugleich repellierend. Die Parasiten werden durch den Wirkstoff abgeschreckt und verlassen das Tier bevor diese Blut saugen.

Halsbaender gegen Zecken und Floehe koennen zusaetzlich zum gewohnten Halsband angelegt werden. Sie geben den Wirkstoff, den sie enthalten, ueber einen laengeren Zeitraum kontinuierlich ab. Je nach Praeparat kann es noetig sein, das Halsband vor dem Baden abzunehmen, damit die Wirksamkeit nicht beeintraechtigt wird.

Bei der Anwendung von Flohsprays muss das gesamte Tier eingesprueht werden, um einen ausreichenden Schutz zu gewaehrleisten.

Ihre Tieraerztin, bzw. Ihr Tierarzt wird Sie richtig beraten und die geeignete Vorsorgemassnahme empfehlen.

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