Zwingerhusten ist in Wirklichkeit ein Virushusten.

Bei Hunden, aber auch Katzen deutet sehr lauter und gequaelter, anfallartiger trockener Husten mit dem Absetzen von hellem Schleim (Nasenausfluss) auf einen "Virushusten" hin. Sehr oft sind Tiere betroffen, die dauerhaft oder auch temporaer gemeinsam mit vielen anderen Hunden in engen Verhaeltnissen, somit unguenstigen Umweltbedingungen (z.B. in Zwingern) zusammen leben muessen. Hier kommt auch der irrefuehrende Begriff "Zwingerhusten" her. Fuer geschwaechte Hunde in einem Stresszustand besteht durch Reduzierung des Immunsystems immer ein erhoehtes Risiko an der "infektioesen Tracheobronchitis" zu erkranken. Nicht nur im Zwinger, sondern ueberall an Orten, an denen viele Hunde zusammen kommen, z. B. beim Auslauf, in Hunde- und Welpenschulen, in Hundepensionen, bei Ausstellungen, in Tierarztpraxen, bzw. Kliniken sowie in Hundesportvereinen kann sich der Husten sehr schnell verbreiten.Grundsaetzlich besteht die Ansteckungsgefahr für jeden Hund aller Altersklassen, der mit Artgenossen in Kontakt, z. B. durch Beschnuppern, kommt. Die Uebertragung der "infektioesen Tracheobronchitis" erfolgt durch die so genannte "Troepfcheninfektion", z. B durch Husten oder Niesen, bzw. direkten Kontakt. Zwischen ein bis vier Wochen nach der Ansteckung kommt es zum Ausbruch der Krankheit!Der "Virushusten" ist eine aeusserst ansteckende Erkrankung der Bronchien, des Kehlkopfes und der Luftroehre mit den eingangs geschilderten Symptomen.Bei leichteren Faellen des "Virushustens" genesen die Hunde in der Regel nach einer Woche von selbst. Unter unguenstigen Bedingungen kann durch die enorm schnelle Erregerausbreitung schlagartig eine ganze Hundepopulation erkranken.

Es wird dringend empfohlen, bei den, hier beschriebenen Symptomen sofort den Tierarzt aufzusuchen !!

Die Ursache fuer den Husten sind bestimmte Virusarten und Bakterien, wie z. B. Parainfluenza- und Adonaviren im Komplex mit Bakterien, die am Zustandekommen des "Virushusten" beteiligt sind. Das Bakterium "Bordetella bronchiseptica" loest die eigentlichen Krankheitssymptome aus! Diese bakteriellen Sekundärinfektionen entscheiden ueber den Schweregrad und den Verlauf der Erkrankung. Die Infektion beginnt an der Nasenschleimhaut. Verlaeuft die Infektion mit starken Komplikationen, zeigen die Hunde auch Fieber, eitrigen Nasen- und Augenauslauf sowie Atembeschwerden. Sein Allgemeinbefinden und die Leistungsfaehigkeit kann stark herabgesetzt sein. Die Symptome koennen sich ueber Wochen hinziehen. In nicht seltenen Faellen entwickeln die erkrankten Hunde eine Lungenentzuendung.Die "infektioesen Tracheobronchitis", eine mitunter sehr schmerzhafte und moeglicherweise ueber Wochen anhaltende und quaelende Entzuendung der Atemwege, bedarf einer lang andauernden medikamentoesen Therapie mit Antibiotika.Ein Schutz gegen die "infektioese Tracheobronchitis" ist eine vorbeugende Impfung sowohl gegen das Virus als auch gegen das Bakterium. Im Fruehjahr und Herbst, sollte gezielt gegen die Haupterreger geimpft werden. Ein neuer Impfstoff enthaelt abgeschwaechte Erreger von Parainfluenzaviren und Bordetella bronchiseptika-Bakterien. Er wird direkt in die Nase gesprueht (also dorthin, wo die natuerliche Infektion stattfindet) und loest eine lokale Bildung von Antikoerpern aus. Die Antikoerper verhindern dann das Eindringen von natuerlichen Erregern und schuetzen so den Hund vor einer Erkrankung.

Hanspeter Kobold
Bremen, im August 2006

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